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Das
Montafon
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Die
Gletscher der Eiszeiten haben aus der Gebirgsmasse der Alpen das Rheintal
herausgeschürft. Am Alpenrand endet es im Bodensee, der ursprünglich
als übertiefte Hohlform ein wesentlich größere Ausdehnung
hatte. Das Rheintal und seine Nebentäler sind landschaftsbestimmend
im österreichischen Bundesland Vorarlberg und "Schneisen"
hinein in die Zentralalpen.
Wenn
man Vorarlberg auf den nur 70 km von Nord nach Süd durchfährt,
durchfährt man gleichzeitig die Erdgeschichte der Alpen. Der Bregenzer
Wald gehört teilweise noch zum Alpenvorland. das aus Verwitterungsablagerungen
der Uralpen (Molasse) besteht, teilweise zum Helvetikum. Das Große
Walsertal, dass sich vom breiten Rheintal aus bald nach Osten hin anschließt,
gehört zur Flyschzone, also ebenfalls zu ursprünglichen Ablagerungen
alpiner Verwitterungsschutte im Tethys-Meer.
Schon
bald erscheinen die schroffen Gebirgskämme der Lechtaler Alpen und
des Rätikons, Formationen die zu den nördlichen Kalkalpen gehören.
hier liegt der höchste Berg Vorarlbergs, der Piz Buin (3312 m).

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um zu den Wanderungen zu gelangen!
Ab
Feldkirch beginnt das Seitental der Ill, im Unterlauf das Walgau, im Oberlauf
ab Bludenz das Montafon. Es zieht weit heran heran an die Zentralalpenketten
der Verwallgruppe und der Silvretta. Auf diesem Weg flussaufwärts
durchfährt man wiederum mehrere geologische Untergründe, vorbei
an den Ausläufern der nördlichen Kalkalpen, des Rätikons
und der Klostertaler Alpen, geradezu auf die kristallinen Bergformationen
der Verwallgruppe und der Silvretta und landet nach Durchfahrt von Schruns,
des Zentralortes des Montafons, hinter dem Örtchen Partenen schließlich
an der Mautstelle der Silvretta-Hochalpenstraße. Sie erklimmt den
Silvretta-Pass auf einem System von Haarnadelkurven bis zur Bielerhöhe,
von wo auch der Piz Buin hinter dem Silvretta-Stausee sichtbar wird.
Vom Montafon-Zentralort Schruns aus hat man die Möglichkeit, Wanderungen
in die drei Gebirgsketten Rätikon, Verwall und Silvretta zu unternehmen.
So unterschiedlich die aufbauenden Gesteine und Böden in den Wandergebieten,
so unterschiedlich ist auch die Vegetation.
Auch einen Ausflug in den Hauptdolomit des Rätikons bzw. der nördlichen
Kalkalpen kann man ohne großen Fahraufwand von Bludenz aus durch
das Brandner Tal im Gebiet des Lüner Sees unternehmen.
Gezielte botanische Exkursionen starten immer mit einem Streifzug der
Geologie. Zum Verständnis der Entstehungsgeschichte der Alpen und
der geologischen Verhältnisse rings um das Montafon ist der geologische
Lehrwanderweg zu empfehlen, angelegt und gepflegt vom "Heimatschutzverein
im Tale Montafon". Dieser startet im Bergdorf Bartholomäberg
hoch über Schruns und beschreibt sehr verständlich auf vielen
Schrift- und Panoramatafeln das Werden der Landschaft im Montafon.
Eher zufällig stießen wir bei unserer ersten spontanen Alpentour
im Juni 1991 auf ein wahres Paradies für botanisch interessierte
Hochgebirgsfans - das MONTAFON. Bedingt durch die verschiedenen Hauptgesteine
der drei Alpenketten Rätikon, Verwallgruppe und Silvrettagruppe,
die hier aufeinandertreffen, findet man eine unglaubliche, möglicherweise
einmalige Vielfalt an Pflanzenarten und -gesellschaften in einem überschaubaren
Gebiet. Fünf Besuche zu unterschiedlichen Vegetationszeiten (Anfang
Juni bis Anfang Oktober) haben wir gebraucht, um uns diese Vielfalt annähernd
zu erschließen.
Sehr gut untergekommen sind wir immer wieder im "Haus Sonnheim"
bei Familie Otto Fritz im 1100m gelegenen Bartholomäberg, hoch über
dem Hauptort Schruns. Vom Balkon ihres Hauses hat man einen fantastischen
Ausblick über das gesamte Tal.
Nach
unseren Erfahrungen sind die Zeitangaben in einschlägigen Wanderbüchern
offensichtlich nur für Gipfelstürmer gedacht, die ausschließlich
dem sportlichem Aspekt des Bergwanderns frönen. Wer aber seinen Blick
kaum von den sich immer wieder bietenden, fantastischen Alpenpanoramen
losreißen kann, sich auch dem widmet, was einem an Pflanzen, Kleintieren
und Gesteinen zu Füßen liegt und dann noch viel fotografiert,
der braucht gut und gerne das Doppelte der Zeit, um die Touren zu bewältigen.
Die folgenden Abschnitte beschreiben mit Botanikerblick Touren in die
drei Hauptgebiete des Montafons, die jeweils durch verschiedene Grundgesteine
und Pflanzengesellschaften geprägt werden. Die meisten unserer Touren
hatten Berghütten, seltener mal Berggipfel zum Ziel, was zum Teil
unserem Sohn geschuldet war, der als Vier- bis Zehnjähriger immer
durch die Aussicht auf einen Stempel an der Hütte zu langen Wanderungen
zu motivieren war. Wer nun aber denkt, dass unser Sohn die Anstrengungen
der Touren limitiert hat, der irrt: Schon "mit vier" galt: Je
steiler und gefährlicher, desto besser !
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